Das Bündnis „Alzey zeigt Gesicht – für Demokratie und Vielfalt“, bei dem auch das Evangelische Dekanat Alzey-Wöllstein mitwirkt, lädt zu einem Vortrag über Fritz Bockius ein.
Der am 11. März 1882 in Bubenheim geborene Fritz Bockius engagierte sich in der Deutschen Zentrumspartei und gehörte von 1924 bis 1933 dem Deutschen Reichstag an, wo unter anderem sozialpolitische Themen zu seinen Sachgebieten gehörten. In der Endphase der Weimarer Republik war Bockius ein leidenschaftlicher Verteidiger der Demokratie und namhafter Nazi-Gegner.
Nach der Bombardierung seiner Anwaltskanzlei in Mainz im Jahre 1942 lebte er mit seiner Familie in Bensheim, wo er nach dem gescheiterten Hitler-Attentat 1944 verhaftet wurde und nach Gefängnishaft im Rundeturm-Gefängnis Darmstadt in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Mauthausen überstellt wurde. Bockius starb am 5. März 1945 in Kerkerhaft.
Für den Vortrag konnte Franz Josef Schäfer aus Illingen (Saar) als Referent gewonnen werden. Schäfer war Lehrer an der Geschwister-Scholl-Schule Bensheim,; hier leitete er mit einem Kollegen die Geschichtswerkstatt Geschwister Scholl. Sie veröffentlichte 2010 ihre Forschungsergebnisse zu Fritz Bockius auf der Grundlage von Akten des Bundesarchivs, des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden, des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt und des Internationalen Archivs in Bad Arolsen.
Schäfer wird in seinem Vortrag das regionale, berufliche und familiäre Umfeld von Fritz Bockius vorstellen. Anschließend wird er mit dem Schwerpunkt seiner Tätigkeit in den Jahren 1929 bis 1933 auf das politische Wirken von Bockius eingehen. Zuletzt wird die Haftzeit des rheinhessischen Politikers themtisiert. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion.
Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.