Mit einem außergewöhnlichen Programm begeisterten die Wörrstädter Kantorei, das Ensemble Camerata Risonanza sowie die Gesangssolistinnen und -solisten in der evangelischen Kirche Nieder-Saulheim ihr Publikum. Unter der Leitung von Dekanatskantor Peter Meyer erklangen drei selten zu hörende Werke aus Barock und Klassik.
Den Auftakt bildete das frühe Te Deum des erst 13-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart. Die Kantorei überzeugte mit klarem Chorklang, präziser Artikulation und großer Ausgewogenheit der Stimmen. Trotz seiner Kürze entfaltete das Werk seine festliche Wirkung, die durch die sensible musikalische Gestaltung von Chor und Orchester eindrucksvoll zur Geltung kam.
Ein Höhepunkt des Konzerts war Antonio Vivaldis Konzert für zwei Trompeten. Die beiden Solisten Lajos Rézmüves und Heinrich Prinz beeindruckten mit technischer Brillanz, klanglicher Strahlkraft und fein abgestimmtem Zusammenspiel. Virtuos meisterten sie die anspruchsvollen Passagen und verliehen dem Werk Pracht und Lebendigkeit. Das Publikum konnte die Freude am Musizieren förmlich spüren und dankte mit begeistertem Applaus.
Den Schwerpunkt des Konzerts bildete Joseph Haydns Nelson-Messe, eines der bedeutendsten geistlichen Werke der Wiener Klassik. Hier zeigten Chor, Orchester und Solisten eindrucksvoll ihr Können. Die vier Gesangssolistinnen und -solisten fügten sich harmonisch in das Gesamtbild ein und setzten individuelle Akzente. Carmen Burchert gestaltete die Sopranpartie mit strahlender Höhe und großer Ausdruckskraft. Regina Grönegreß überzeugte mit warmem Altklang und souveräner Präsenz. Fabian Kelly verlieh den Tenorpassagen Klarheit und Eleganz, während Florian Küppers mit seinem sonoren Bassfundament beeindruckte. Es entstand ein ausgewogener Gesamtklang, der die dramatischen und hoffnungsvollen Facetten der Messe widerspiegelte.
Großes Lob gebührt der Wörrstädter Kantorei, die die anspruchsvollen Chorpartien mit Sicherheit, Dynamik und Ausdrucksstärke meisterte. Hinter dieser Leistung steht die engagierte Probenarbeit von Dekanatskantor Peter Meyer. Er verstand es einmal mehr, Chor, Solisten und Orchester zu einer musikalischen Einheit zu formen. Dies ermöglichte eine Aufführung, die sowohl musikalisch präzise als auch emotional berührend war.
Das Publikum dankte mit anhaltendem Applaus und großer Anerkennung für eine Aufführung, die noch lange nachklingen wird.