Mehr als 30 Teilnehmende sind der Einladung des Evangelischen Dekanat Alzey-Wöllstein zu „Natur & Spaziergang“ in die Emmauskirche nach Ober-Saulheim gefolgt. Dr. Karl Neuhäuser führt die Gäste in die Geschichte der Emmauskirche ein. 1808 erbaut – der Turm folgte erst um 1901 – erfuhr das Gotteshaus verschiedene Umbauten.
Ein Highlight ist die Restaurierung der Christoph Kohlhass-Orgel aus dem 18. Jahrhundert im Jahr 2015. Eine umfangreiche Festschrift entsteht in dieser Zeit und 45 Benefizkonzerte zeigen, welch hohe Bedeutung die Musik in der Gemeinde spielt. 2018 wird das Pfarrhaus verkauft und das Pilotprojekt der EKHN „Kirche kann mehr“ zur aufwendigen Innenrenovierung der Kirche ins Leben gerufen. In enger Absprache mit der Bauabteilung der Landeskirche soll das Projekt zukunftsweisend sein und multifunktional genutzt werden. Als Sommerkirche etwa, als Besprechungsraum oder für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen.
Die Umbauphase der Kirche dauert 1000 Tage, von Mai 2021 bis März 2024, wiedereröffnet wird sie am Palmsonntag 2024 und erhält den Namen Emmauskirche. Wieder unterstützen 15 gut besuchte Benefizkonzerte das Bauprojekt, das in ästhetischer Weise Tradition und Moderne verbindet. Auf diese gelungene Melange darf die Gemeinde stolz sein und ist es auch.
Erwähnenswert ist der Gartenkreis, der die Außenanlage pflegt. Unerwartet müssen zurzeit Baumaßnahmen am Kirchturm vorgenommen werden.
Im Anschluss führt der Kirchenvorsteher Stefan Jung die Teilnehmenden kompetent und sachkundig durch den Ortskern von Ober-Saulheim. Die Gruppe besucht das Martin-Luther-Haus (Gemeindehaus) und ist beeindruckt von der Wehrmauer der einstigen Wehrkirche. Stefan Jung berichtet aus er Historie Saulheims und führt seine Gäste zu typischen denkmalgeschützten Gebäuden und in die Mühlbachaue, ein Erholungsgebiet, das mit Aussichtspunkten und Sitzgelegenheiten zur entspannten oder bewegten Freizeitgestaltung zwischen Ober- und Nieder-Saulheim einlädt. Es geht auch zum Dorfbrunnen (ehemals auch Viehtränke) und zur Gaststube „Zum goldenen Adler“ – beides besondere Treffpunkte.
Wo einst das letzte Rathaus von Ober-Saulheim und die Milchsammelstelle standen, befinden sich jetzt ein Bankautomat und ein Fahrradgeschäft. Das 1924/25 wegen Baufälligkeit abgerissene Rathaus besaß auch eine Schmiede und ein Gefängnis und beim Frisör nebenan konnte man sich früher auch die Zähne ziehen lassen.
Zurück an der Emmauskirche bedankt sich Gemeindepädagogin Petra Tebrün bei den Kirchenvorstehern Dr. Karl Neuhäuser und Stefan Jung für die sachkundige und interessante Führung.
Die nächste Veranstaltung der Reihe „Natur und Spaziergang“ findet am Samstag, 29. März, 10 Uhr, in Nieder-Saulheim statt.