Seit dem 1. Juli ist Michaela Karrer als neue Pfarrerin in den Gemeinden Schornsheim, Udenheim und Wörrstadt im Evangelischen Dekanats Alzey-Wöllstein im Einsatz. Am 1. August wurde sie feierlich in ihr neues Amt eingeführt und auch ordiniert. Denn die 53-Jährige trat in Rheinhessen ihre erste Stelle nach ihrem Theologiestudium an. Dazu wird sie auch nach Schornsheim ins dortige Pfarrhaus um ihren.
Wir haben Michaela Karrer nach ihren ersten Eindrücken und Erfahrungen an und mit der neuen Wirkungsstätte befragt.
Sie sind jetzt seit etwa 100 Tagen als neue Pfarrerin aktiv. Wie würden Sie diese erste Zeit an Ihrer neuen Wirkungsstätte beschreiben?
Michaela Karrer: Die ersten 100 Tage waren unglaublich lebendig und erfüllend. Mein Dienst begann gleich mit meinen Kernaufgaben: Menschen in schönen und schweren Momenten ihres Lebens zu begleiten. In meinem ersten Gottesdienst in Udenheim durfte ich eine Taufe feiern, kurz darauf folgten Bestattungen und eine Trauung. Freude und Abschied lagen von Anfang an nah beieinander.
Seitdem habe ich viele Seiten des Gemeindelebens kennengelernt: von meiner Ordination über Tauf-, Kerbe- und Erntedankgottesdienste bis hin zum Konfirmandenunterricht und den Begegnungen mit Kita, Schule sowie haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden. In Schornsheim singe ich inzwischen sogar selbst im Kirchenchor.
Rückblickend empfinde ich diese Zeit wie eine reiche Ernte. Ich durfte unmittelbar mittendrin sein und gemeinsam mit den Menschen Glauben und Leben gestalten.
Was waren bzw. sind die wichtigsten Aufgaben, mit denen Sie sich aktuell beschäftigen?
Michaela Karrer: Im Moment geht es vor allem darum, Beziehungen aufzubauen und Vertrauen zu gewinnen. Ich möchte die Menschen kennenlernen, ihre Anliegen verstehen und verlässlich mit ihnen zusammenarbeiten.
Besonders wichtig ist mir der Austausch mit den Kirchenvorständen und den haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Wenn wir Erfahrungen teilen, einander zuhören und unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen, entstehen neue Ideen und Möglichkeiten. Das empfinde ich als inspirierend.
Welche Erfahrungen und Erlebnisse Ihrer ersten Monate haben Sie besonders beeindruckt?
Michaela Karrer: Mich beeindruckt, wie viele Menschen sich mit Herzblut für ihre Kirchengemeinde einsetzen. Dieses Engagement und die Verbundenheit sind eine große Bereicherung.
Berührt hat mich auch das Vertrauen, das mir bei Taufen und fröhlichen Gemeindefesten ebenso wie bei Bestattungen entgegengebracht wird. Menschen in so unterschiedlichen Lebenssituationen begleiten zu dürfen, erlebe ich als etwas sehr Wertvolles.
Was gefällt Ihnen an Ihren drei Gemeinden besonders?
Michaela Karrer: Ich bin noch dabei, alle drei Gemeinden besser kennenzulernen. Jede hat ihren eigenen Charakter und ihre eigenen Stärken. Diese Vielfalt möchte ich bewahren und zugleich schauen, wo wir voneinander lernen, Synergien nutzen und gemeinsam neue Wege gehen können.
Was sagt Ihre Familie zu Ihrem neuen Beruf und Ihren neuen Aufgaben?
Michaela Karrer: Meine Familie hat meinen Weg ins Pfarramt über viele Jahre begleitet und mitgetragen. Es ist schön, meine Begeisterung für diesen Beruf mit ihr teilen zu können.
Natürlich erlebt sie auch, wie vielfältig und zeitintensiv mein Alltag ist. Ich bin dankbar für ihre Unterstützung und dafür, dass sie diesen neuen Lebensabschnitt mit mir teilt.
Was wünschen Sie sich für Ihre drei Kirchengemeinden?
Michaela Karrer: Ich wünsche mir, dass unsere Gemeinden Orte sind, an denen Menschen sich willkommen fühlen und Gemeinschaft erleben können – unabhängig davon, wie eng sie bisher mit der Kirche verbunden sind.
Dabei wünsche ich mir Offenheit für neue Ideen und den Mut, gemeinsam auszuprobieren, wie Kirche heute lebendig sein kann. Im Mittelpunkt soll die Botschaft stehen, die uns verbindet: Jeder Mensch ist von Gott geliebt.