Damit das Leben auch bei Katastrophen weitergeht

veröffentlicht 20.08.2026 von Anke Gersie, Evangelisches Dekanat Alzey-Wöllstein

Spannende Einblicke beim THW-Ortsverband Wörrstadt

Wer sorgt eigentlich dafür, dass im Fall von Überschwemmungen, Erdbeben und anderen Katastrophen die Bevölkerung vor Schäden bewahrt wird und für den grundlegenden Bedarf der Menschen gesorgt ist? Unter anderem ist das Technische Hilfswerk (THW), besser gesagt dessen engagierte Mitglieder dafür zuständig. Ein Grund, sich die Aufgaben und die Anforderungen an diesen Hilfsdienst näher anzuschauen.

Im Rahmen der EKHN-weiten Veranstaltungsreihe „Wir machen Türen auf“ ließ sich eine Gruppe interessierter Personen den Ortsverband Wörrstadt des THW eingehend vorstellen. Organisiert wurde der Besuch vom Evangelischen Dekanat Alzey-Wöllstein.

Ortsbeauftragter Christopher Hiemsch sowie seine Kollegen Daniel Glock und Björn Mann gewährten den Gästen spannende Einblicke in ihre Arbeit und berichteten anschaulich über die Ausstattung des Ortsverbandes, die Aufgaben der Hilfskräfte sowie die vielfältigen Einsätze und beantworteten Fragen der Gäste.

Die Wörrstädter THWler sind wie alle THW-Ortsverbände mit Gerätekraft-, Mehrzweck- und Notfallfahrzeugen und entsprechend ausgebildeten Fachgruppen ausgestattet. Auch Hilfskräfte für den Auslandseinsatz gehören zum Team. Beeindruckt zeigten sich die Gäste von der peniblen Ordnung, die sowohl in den Hallen als auch in den verschiedenen Fahrzeugen herrschte. Darauf lege er großen Wert, denn nur so könnten die Hilfskräfte im Bedarfsfall schnell und mit den richtigen Materialien und Geräten ausgestattet zu ihren Einsatzorten kommen, so Ortsbeauftragter Christopher Hiemsch. 

Rund 40 solcher Einsätze mussten die Wörrstädter Hilfskräfte allein 2026 schon absolvieren, unter anderem bei einem Großbrand in Sprendlingen oder einem Waldbrand in Traisen an der Nahe. Die THWler sind in der Regel ehrenamtlich im Einsatz und werden bei Einsätzen von ihren eigentlichen beruflichen Aufgaben freigestellt. 

Spezialisiert ist der Wörrstädter Ortsverband auf die Trinkwasseraufbereitung, Die hocheffizierte Anlage und die Aufgaben der kompetenten Fachgruppe, die dafür zuständig ist, stellte Ortsbeauftragte Hiemsch detailliert vor. „Wir können aus jedem noch so verschmutzten Wasser sauberes Trinkwasser herstellen, außer aus Salzwasser“, erläuterte er.  Zum Einsatz kam das Wörrstädter Know-how zum Beispiel bei der Ahrtalkatastrophe. Damals wurden im Örtchen Schuld stündlich rund 15.000 und damit in acht Wochen mehr als 2,8 Millionen Liter Trinkwasser hergestellt. Insgesamt 72 rheinhessische Helfer leisteten damals mehr als 11.000 Arbeitsstunden und waren zusammen mit THW-Gruppen aus rund 600 Ortsverbänden im Einsatz.

Die Wörrstädter THWler freuen sich, dass sie vor etwa vier Jahren einen neuen und modernen Standort im Gewerbegebet beziehen konnten. Hier kann der Ortsverband, den es bereits seit 1952 gibt und der mit neun weiteren Ortsverbänden zur Regionalstelle Bad Kreuznach gehört, seinen Aufgaben perfekt nachgehen. Zu diesen zählt neben den Einsätzen bei Katastrophen vor allem auch die stetige Aus- und Weiterbildung der Einsatzkräfte und die Schulung des Nachwuchses. Neben den rund 120 Einsatzkräften sind viele Jugendliche beim THW-Wörrstadt dabei. Eine Besonderheit sind die „Kleinen Retter“, eine Gruppe, in der Kinder vom sechsten bis zum zehnten Lebensjahr spielerisch an die Aufgaben des THW herangeführt werden. Insgesamt sind in Wörrstadt rund 350 THWler aktiv. 

Weitere Informationen zum THW-Ortsverband Wörrstadt gibt es auf der Homepage: ov-woerrstadt.thw.de/unser-ortsverband/unser-ortsverband