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Zurück in die Zukunft

Annette Stegmann (Evangelischen Kirchengemeinden Albig und Heimersheim) für die christlichen Kirchen in Alzey-Wöllstein und Umgebung

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„Das ist schlimmer als ein Science-Fiction-Film“, sagte vor einigen Wochen jemand zu mir und nickend pflichtete ich ihm bei. Ich ging meinen Weg weiter und sinnierte über diese Worte.

Ein Film eines solchen Genres lässt mir einen Schauer über den Rücken laufen mit seinen unvorstellbaren Absurditäten, ist so irreal, weil es doch niemals Wirklichkeit werden kann … weil es doch eben nur ein Film ist … Wie gut, dass ich abschalten kann, denn einen solchen Film muss ich mir nicht anschauen. Also wähle ich ein anderes Programm!

Ich erinnere mich an den Science-Fiction-Film „Zurück in die Zukunft“, in dem ein junger Mensch versucht, die Vergangenheit zu verändern. Schließlich missfällt ihm gegenwärtig so manches und mithilfe einer Zeitmaschine versetzt er sich in die Vergangenheit, um einige Weichen neu zu stellen. Wie er es auch anstellen mag, es kommt immer wieder anders.

Für manche von uns glichen die zurückliegenden Wochen einem Film, in dem wir nicht einfach umschalten, geschweige denn abschalten konnten. Wir waren mittendrin. Inmitten eines Geschehens, das uns ohnmächtig werden ließ, unfähig, das Programm zu wechseln. Und heute? Vieles können wir noch nicht abschätzen, auch nicht das Ende. Dennoch liegt in diesen anderen Zeiten schon einiges hinter uns. Heute ist es anders als vor drei Monaten, sieben Wochen, vier Tagen. Wagen wir einen Blick zurück! Zu diesem Rückblick brauchen wir keine Zeitmaschine, sondern den zuversichtlichen Mut, uns auf Fragen einzulassen: Wie haben mich die vergangenen Wochen in meinem persönlichen Leben geprägt? Was habe ich neu entdeckt und was will ich bewahren für mein zukünftiges Leben? Wie habe ich mich und andere erfahren?

Bei allem Fragen ist mir eines gewiss: Wir können nicht einfach so tun, als wäre dieser Film nicht abgelaufen, der schlimmer war als jeder Science-Fiction-Film. Dieses Programm prägt sich ein als kollektives Gedächtnis, in dem ein Film ablief, der seines gleichen sucht. Es ist ungewiss, wann er zu Ende gespult ist. Die Bilder, die wir sahen, haben uns gelehrt, was zählt in solchen Szenarien, nämlich achtsamer Umgang in den Begegnungen.

Wir können nicht die Vergangenheit verändern, doch wir sind in der Lage, im gegenwärtigen Szenario uns angemessen zu verhalten, schließlich läuft er noch …

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