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Vom Stemmen schwerer Brocken

Andrea Beiner (Evangelische Kirchengmeinden Eppelsheim, Dintesheim, Oberflörsheim und Flomborn) für die christlichen Kirchen in Alzey-Wöllstein und Umgebung

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Erst einige Tage ist es her, da sind die ersten Schüler und Schülerinnen wieder in die Schule gegangen. Das Leben in den Innenstädten nimmt an Fahrt auf, wir dürfen unter Auflagen wieder in die Eisdiele oder zum Italiener, die ersten Menschen haben schon wieder eine Frisur oder haben sich zu einem Gottesdienst aufgemacht. Das Muss, dem Alltag zu entfliehen, es langsam angehen zu lassen, lockert sich.

Ich erinnere mich an Sisyphos. In dem Mythos von Sisyphos wird erzählt, dass er dazu verurteilt wurde, einen Felsblock einen Berg hinauf zu wälzen, von dessen Gipfel der Stein dann wieder herunterrollt. Sisyphos findet nach jedem Abstieg die Kraft, den Stein erneut auf den Gipfel zu stemmen. Wir haben den „Stein Corona“ ganz erfolgreich auf den Berg gestemmt. Nun hoffen wir, dass er nicht so schnell wieder ins Tal rollt und alles von vorne beginnt. Dieser Stein musste von uns gemeinsam gestemmt und nun gehalten werden.

Immer wieder werden uns in unserem Leben Steine in den Weg gelegt, immer wieder landen wir in der Talsohle. Jede und jeder von uns stemmt seinen und ihren Stein Richtung Gipfel – und immer wieder entgleitet er uns, müssen wir von vorn beginnen. Mythen konfrontieren uns mit zeitlosen Erfahrungen!

In der Bibel wird berichtet, dass der Prophet Samuel einen Stein nahm, ihn aufstellte und Eben-Ezer, das heißt Stein der Hilfe, nannte. Er sprach: Bis hierher hat uns Gott geholfen. Er wusste, ein solcher Gedenkstein kann uns erinnern, dass wir mit Gottes Hilfe schon so manchen Stein auf den Gipfel gestemmt haben. Und so kann aus Dankbarkeit gestemmter Steinbrocken Zuversicht wachsen für die Zukunft, für das Stemmen all der Brocken, die sich uns in Zukunft in den Weg legen, denn „bis hierher hat uns Gott geholfen“!

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