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Erfüllt vom Dank für die Erlebnisse mit der Gemeinde

Hilke WiegersDer wegen seiner Motorrad-Gottesdienste überregional bekannte evangelische Pfarrer von Gau-Odernheim und Gau-Köngernheim, Andreas Rose (3.v.l.), wurde jetzt vom Propst für Rheinhessen und das Nassauer Land, Dr. Klaus-Volker Schütz, und der kommissarischen Dekanin für das Dekanat Alzey-Wöllstein, Susanne Schmuck-Schätzel, in den Ruhestand verabschiedet.

Pfarrer Andreas Rose in Gau-Odernheim verabschiedet

Hilke WiegersDie BesucherInnen des festlichen Abschiedsgottesdienstes für Pfarrer Andreas Rose mussten in der Gau-Odernheimer Kirche Corona-bedingt Abstand halten.

Der Rahmen für seine Verabschiedung erzählt viel über ihn: der klare, helle Innenraum des evangelischen Teils der Simultankirche von Gau-Odernheim spiegelt seine ruhige, wohlorganisierte Arbeitsweise wider. Das in seiner Amtszeit renovierte spätgotische Langhaus der Kirche zeugt von dem vorausschauenden und planvollen Handeln, das die 13 Jahre, während der der evangelische Theologe Andreas Rose Pfarrer der rheinhessischen Kirchengemeinden Gau-Odernheim und Gau-Köngernheim war, prägte.

Am 4. Sonntag nach Trinitatis wurde Pfarrer Andreas Rose nun nach insgesamt 37 Jahren im Pfarramt im Rahmen eines Festgottesdienstes vom Propst für Rheinhessen und das Nassauer Land, Dr. Klaus-Volker Schütz, in der Gau-Odernheimer Simultankirche aus dem kirchlichen Dienst mit den Worten verabschiedet: „Die Befreiung von der Pflicht, davon werden Sie in dieser Stunde entbunden. Die Freiheit zur Kür aber bleibt. Die Rechte der Ordination bleiben. Sie sind und bleiben Pfarrer auf Lebenszeit“. Den feierlichen musikalischen Rahmen gestalteten die Gau-Odernheimer Organistinnen Elke Keil-Jutz (Blockflöte), Annette Paukner (Orgel) und der Organist der Gau-Odernheimer Kirchengemeinde, Franz-Josef Schefer.

Die kommissarische Dekanin des Dekanates Alzey-Wöllstein, Pfarrerin Susanne Schmuck-Schätzel, dankte in einer kleinen Ansprache Pfarrer Rose für sein immer verlässliches Engagement und erinnerte an einige Besonderheiten aus Roses Amtszeit, in die unter anderem auch die Renovierung des evangelischen Jugendheims in Gau-Odernheim und der Gau-Köngernheimer Orgel fiel. So betonte sie, dass Rose als leidenschaftlicher Motorradfan mit den von ihm gehaltenen Motorradfahrer-Gottesdiensten viele Menschen erreicht habe, die „sonst Kirche niemals kennengelernt hätten“. Besonders hob Pfarrerin Schmuck-Schätzel auch das große Engagement der Ehefrau von Pfarrer Rose, Eva Gehrmann-Rose, hervor, die an der Seite ihres Mannes viele Gemeindeaktivitäten, wie zum Beispiel Krabbelkreis und -gottesdienste sowie das Strickcafé, initiierte. Die Kirchengemeinde dankte ihrem scheidenden Pfarrer mit vielen, seine Arbeit würdigenden Seiten in ihrem Gemeindebrief, dem Petersberg-Boten, denn angesichts der Corona-Bestimmungen musste der Abschied in einem wesentlich kleineren Rahmen als geplant stattfinden. In ihrer kleinen Ansprache dankte die Vorsitzende des Gau-Odernheimer Kirchenvorstandes, Ute Balz, Pfarrer Rose noch einmal für sein Engagement. Die Abschiedsgeschenke von Dekanat und Gemeinden standen ganz im Zeichen von dem, was Pfarrer Rose mit seiner Frau für die Zukunft plant ­– mittlerweile zwar nach Darmstadt gezogen – will man nicht nur viel Zeit im Zweitwohnsitz nahe Berlin verbringen, sondern auch per Motorrad unterwegs sein. Dekanin Schmuck-Schätzel überreichte deshalb ein Buch mit den schönsten Biker-Touren in Deutschland, die Gemeinde schenkte dazu noch einen Benzinkanister gut gefüllt mit einem Reisekostenzuschuss.

Pfarrer Rose wiederum blickte in seiner Predigt auf seine Dienstzeit als Pfarrer zurück, die von großer Beständigkeit zeugt. So war der gebürtige Berliner und heutige Wahl-Darmstädter, nach dem Vikariat in Gießen zunächst 4 ½ Jahre in Leihgestern bei Gießen und 17 Jahre in der evangelischen Kirchengemeinde Gundernhausen im nördlichen Odenwald tätig. „Von ganzem Herzen“, resümmierte er, „bin ich erfüllt von Dank für den unermesslich reichen Schatz an allem, was ich mit den Gemeinden hier und an anderen Orten habe erleben dürfen. Ich bin ebenso erfüllt von Dank für die große Quelle der Kraft, die ich bekommen habe. Ich rede von der Kraft, die mir aus der Zuwendung von Menschen erwachsen ist. Ich rede von der Kraft gemeinsam mit anderen, mit denen mich der Glaube verbindet, Schönes auf die Beine zu stellen“.

Bevor Pfarrer Rose nun aber seinen Ruhestand antreten kann, warten einige Verpflichtungen auf ihn, denn Ende Juli steht noch die auf mehrere Gottesdienste aufgeteilte Konfirmation in seinen „alten“ Gemeinden an. Lange werden die Gau-Odernheimer und Gau-Köngernheimer danach aber nicht auf einen neuen Seelsorger bzw. eine neue Seelsorgerin warten müssen. Denn im Herbst wird die Kirchenleitung den Gemeinden eine junge Pfarrerin präsentieren,

die Gau-Odernheim und Gau-Köngernheim als erste Stelle übernehmen und Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres ordiniert werden soll.

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