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Eine andere Zeit... 18.03.2020

Eine andere Zeit...

Corona: Kirche will Gläubige trotzdem erreichen Von Steffen Nagel (Lokalredakteur Alzey) Gottesdienste dürfen wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Im Alzeyer Land will die Kirche die Menschen daher mit Videogottesdiensten und einem neuen Format erreichen.

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ALZEY-WORMS – In Krisenzeiten ist der Glaube an Gott für viele Menschen ein Anker. Etwas, das Halt gibt. Oft sind die Kirchen in solchen Zeiten während der Gottesdienste voller als sonst. Dieses Mal nicht. Große Menschenansammlungen sind tabu, die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus sorgt dafür, dass es so schnell keine religiösen Zusammenkünfte in den Kirchen mehr geben wird. Für viele Gläubige ist das ein echtes Problem, ist doch gerade jetzt der Bedarf nach Zuspruch, Trost und spiritueller Begleitung für sie besonders vonnöten.

„Die Menschen haben Angst“, sagt Susanne Schmuck-Schätzel, kommissarische Dekanin des zum 1. Januar fusionierten evangelischen Dekanats Alzey-Wöllstein. Gemeinsam mit ihren Kollegen hat sie daher überlegt, wie sie auch in Zeiten von Corona ein Angebot schaffen kann, das die Christen in der Region erreicht. „Wir wollen Videogottesdienste anbieten“, erklärt die Geistliche. Diese sollen dann über die Homepages der Kirche oder über die sozialen Medien übertragen werden.

Als täglicher Impuls soll darüber hinaus das neue ökumenische Format „Eine andere Zeit“ dienen, in dem sich katholische und evangelische Pfarrer sowie andere für die Kirche tätigen Personen einem bestimmten Thema widmen, das in diesen bewegten Zeiten von Relevanz ist. Ab Donnerstag, 19. März, wird die Rubrik „Eine andere Zeit“ auch an fünf Tagen in der Woche in der Printausgabe dieser Zeitung erscheinen.

Susanne Schmuck-Schätzel ist wichtig, zu betonen, dass das seelsorgerische Angebot in den Pfarrgemeinden auch während der Corona-Krise weiterläuft. Wer Bedarf nach Seelsorge habe, könne sich jederzeit telefonisch mit dem jeweiligen Pfarramt in Verbindung setzen.

Größere Auswirkungen hat die Pandemie hingegen auf andere kirchliche Bereiche, etwa auf Trauungen oder Beerdigungen. „Es kommen beispielsweise Anfragen, ob nach einer Beerdigung noch das Trauercafé im Pfarr- oder Gemeindezentrum stattfinden können“, berichtet die Dekanin, die diese Anfrage aktuell leider verneinen muss. Sie wolle nun auch Kontakt mit den Verbandsgemeinden aufnehmen, um eine möglichst einheitliche Regelung zu finden, wie bei Beerdigungen zu verfahren ist – etwa, ob diese nur auf den engsten Familienkreis zu beschränken seien.

Ebenfalls noch geregelt werden muss die Frage, wie mit dem Thema Konfirmation umgegangen wird. „Viele Eltern haben da bereits ein Jahr im Voraus Gaststätten reserviert“, sagt Schmuck-Schätzel. Ob tatsächlich nach Ostern konfirmiert wird oder die Zeremonie in den Herbst geschoben werden muss, sei aktuell noch in der Diskussion.

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