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„Dank, den man nicht in Worte fassen kann“

Hilke WigersDie Prädikantin Tine Beck, Helga Lawall, Lektorin und stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes Flonheim, Pfarrer Martin Schauß, Dekanin Susanne Schmuck-Schätzel und Propst Dr. Klaus-Volker Schütz

Pfarrer Martin Schauß in Flonheim verabschiedet

Hilke Wiegers

In diesem Abschied schwang viel Wehmut mit, denn gerne lassen ihn seine Gemeinden Flonheim-Uffhofen, Lonsheim und Bermersheim vor der Höhe nicht gehen: Pfarrer Martin Schauß wurde jetzt, am vierten Sonntag nach Trinitatis, in der evangelischen Kirche Flonheim vom Propst für Rheinhessen und das Nassauer Land, Dr. Klaus-Volker Schütz, mit den Worten in den Ruhestand verabschiedet: „Für die Kolleginnen und Kollegen und für das Dekanat bist du immer ein geerdeter, beliebter und zuverlässiger Kollege gewesen. Für Deine Landeskirche auch ein guter Lehrpfarrer, der Jüngere auf eine gute Spur gebracht hat.“

Wie sehr die Kirchengemeinden ihren Pfarrer vermissen werden, das brachte die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes von Flonheim-Uffhofen, Helga Lawall, auf den Punkt: „Vielen von uns wird heute das Herz sehr schwer. Man musste es gewissermaßen geheim halten, dass wir heute ihren Abschied feiern, weil sich so viele Leute verabschieden wollten“, richtete sie das Wort an den scheidenden Pfarrer, „Danke für Gewesenes, für die gemeinsame Zeit, wie man es in Worte gar nicht fassen kann“. Und wer als Ortsfremder vor dem Gottesdienst nicht so recht einzuschätzen wusste, wie groß die Lücke ist, die der Theologe Schauß in seinen vier rheinhessischen Gemeinden nachdem er hier 21 Jahren seinen Dienst getan hat, hinterlässt, der ahnte es nach der Abschiedspredigt, die der Pfarrer an diesem stürmischen Sommersonntag hielt. Aus dem Predigttext zu diesem Sonntag „Überwinde das Böse mit Gutem“ des Apostel Paulus an die Römer entwickelte er die Frage: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden – schafft man das?“ und dankte mit seiner Antwort auch gleichzeitig seiner Gemeinde und seinen Mitarbeitenden: „Einfach ist das nicht und allein ist das schwer. Wir brauchen Menschen, die uns stärken, denen wir vertrauen und deren Gemeinschaft uns die Kraft gibt. Kraft dafür, für den Frieden einzutreten. Hier in Flonheim, in Lonsheim und in Bermersheim da hatten wir ein gutes Stück weit eine solche Gemeinschaft. In den Kirchenvorständen, in den Gruppen, in den Kreisen auch in den Ortschaften hatten wir solche Gemeinschaft, wo man einander vertraut. Zusammen wollten wir etwas schaffen in dieser Welt und vielleicht etwas Gutes tun, um sie zu befrieden. Ein gutes Stück ist uns das schon gelungen und dafür bin ich dankbar – auch euch dankbar.“ Auch nach mehr als 35 Jahren im Pfarrdienst versteht es Martin Schauß noch, seine GottesdienstbesucherInnen mit seiner Predigt zu fesseln. Nicht zuletzt beeindruckte er seine Gemeinden durch seine Kreativität, die sich in jüngster Zeit darin zeigte, dass er während der Pandemie initiierte, dass der Posaunenchor Flonheim vom Flonheimer Kirchturm dienstags, donnerstags und sonntags Choräle spielte, „als eine Art Versprechen“, wie es im Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinden Juni-August 2020 heißt, dass die Pandemie das Leben der Menschen nicht für immer bedrücken wird. Der Posaunenchor war es auch, der zusammen mit dem Flonheimer Organisten Konstantin Wegner, dem Abschiedsgottesdienst einen bewegenden musikalischen Rahmen gaben. Pfarrer Schauß wird nun bald in seiner neuen Heimat, in Herborn, mit seiner Familie einen Neuanfang wagen. Auch dort wird ihn ein Garten erwarten, das macht den Abschied von seinem geliebten Pfarrgarten in Flonheim nicht ganz so schwer. Bis ein würdiger Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin für ihn gefunden ist, wird die kommissarische Dekanin des Dekanats Alzey-Wöllstein, Pfarrerin Susanne Schmuck-Schätzel, die Vakanzvertretung übernehmen.

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